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Informationen für unsere Patienten
zum Lipödem

Wir sind eine Venenpraxis und behandeln Krampfadern. Unser Schwerpunkt ist daher nicht die Lymphologie - dennoch sind wir in der Lage, bei Beinschwellung nach Duplex-Sonographie eine Krampfader auszuschließen, das Lipödem in Schweregrade einzuteilen und die laut Leitlinie vorgeschlagene Therapie einzuleiten, die der Hausarzt dann im Wesentlichen fortführen kann. Sollte der Hausarzt die weiteren Rezepte nicht übernehmen, wäre dies bei uns auch möglich.

Verteilungsformen des Lipödems
Beine: Oberschenkel Arme: Oberarme
  Wade   Unterarme
  Ganzbein   ganzer Arm

 

Abzugrenzen vom „Übergewichtbedingten Ödem“

Wissenswertes zum Lipödem

Stadien des Lipödems

Stadium Beschreibung
1 Glatte Hautoberfläche, Typische Waden oder Oberschenkelform mit Einschnürung am Knöchel und schlankem Fuß (s. Abb. 1)
2 Unebene, überwiegend wellenartige Hautoberfläche, Knotenartige Verhärtungen im Unterhautfettgewebe
(s. Abb. 2)
3 Ausgeprägte Umfangsvermehrung mit überhängenden Gewebeanteilen und tiefer Furchenbildung (s. Abb. 3)

Kommt zu dem Lipödem noch Übergewicht und wenig Beweglichkeit, oder Medikamente, die eine Schwellneigung fördern, wie bei hohem Blutdruck, hinzu, tritt eine Mischform zum Lymphödem mit Braunverfärbung der Haut, Verhärtung derselben, bis zum Offenen Bein hin, auf.

Abbildung 1: Lipödem im Grad 1, Haut glatt, Furche am Knöchel, Fuß selbst nicht geschwollen.
Abbildung 2: Lipödem im Grad 2, Haut wellig
Abbildung 3: Lipödem im Grad 3: Gewebe überhängend, Furchen, beginnende Hautverhärtung und Entzündung an der Wade innen.

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung des Springer Verlags aus: „Ratgeber Krampfadern, Beinschwellung und Thrombose“ von Erika Mendoza, Springer Verlag 2016. ISBN 978-3-662-49737-1

Was tun?

Die Behandlung des Lipödems beruht auf einfachen Säulen.

  • Lebenslang
  • Gewicht niedrig halten oder reduzieren
  • Sport treiben
  • Kompression tragen

Die Eigenverantwortung steht im Mittelpunkt der Therapie

Angeboren
Es handelt sich um eine angeborene Krankheit mit Fettverteilungsstörung, sodass die Beine am Oberschenkel und / oder Wade mehr Fettgewebe aufweisen, manchmal auch die Oberarme. Man spricht daher von einer „Dysproportion“ zwischen Rumpf (schlank) und Beinen – diese ist allerdings nur dann eigentlich festzustellen, wenn kein Übergewicht vorliegt. Bei Übergewicht können auch geschwollene Beine vorliegen, die aber nach Gewichtsreduktion dann ebenfalls dünner werden. Wichtig ist: die Veranlagung zum Lipödem bleibt, auch wenn Sie z.B. eine Fettabsaugung durchführen lassen, daher sind die unten angeführten Maßnahmen lebenslang zu beachten. Die Ursache des Lipödems ist nicht bekannt.

Sport: Der Lymphfluss wird durch sportliche Betätigung angeregt, ebenso die Gewichtsreduktion. Besonders geeignet sind Ausdauersportarten und alle Sportarten im Wasser (Schwimmen, Aquafitness, etc).

Entwässernde Medikamente sind beim Lipödem nicht sinnvoll: Sie ziehen das Wasser aus dem Gewebe und steigern die Einlagerung von Eiweiß und damit Schmerzen und Verhärtungen.

Kompression
Die wichtigste Form, dem Lipödem zu begegnen ist der Kompressionsstrumpf. Sie sollten ihn am besten ganzjährig tragen – wenn das im Sommer nicht erträglich scheint, wenigstens die restlichen nicht warmen Monate (das sind meistens 10 Monate im Jahr). In dem Fall gehören Sie zu der glücklichen Gruppe, bei denen der Schmerz nicht überwiegt – diese würden den Strumpf nicht freiwillig bei Wärme ablegen.

Der Strumpf wird am besten morgens gleich angelegt und erst vor dem Zubettgehen ausgezogen.

Beim Lipödem Grad 1 reicht ein so genannter Rundstrick-Strumpf, da es noch keine Dellen gibt und meist keine tiefen Schnürfurchen. Es handelt sich um den klassischen Kompressionsstrumpf, den Sie vielleicht schon von Menschen mit Krampfadern kennen.

Manchmal liegen trotz Tragen von Kompression beim Lipödem Grad 1 dennoch Schmerzen vor, dann kann auch bereits bei Lipödem Grad 1 ein Flachstrickstrumpf getestet werden. Beim Lipödem Grad 2 und 3 ist meist der Flachstrickstrumpf die bessere Wahl, weil hier der Rundstrickstrumpf sich in die Falten einschnürt. Am Fußrücken und in der Kniekehle kann mit Futterstoff gearbeitet werden, um diese Einschnürungen zu vermeiden. Es ist jedoch nicht so, wie oft in Sanitätsgeschäften empfohlen, dass bereits beim leichten Lipödem ein Flachstrickstrumpf nötig wäre – in diesem Fall darf er gar nicht über die Kasse verordnet werden!

Je nach Kasse stehen Ihnen 2 – 4 Paar Strümpfe im Jahr zu.
Bei Unterschenkel-Lipödem ist ein Kompressionskniestrumpf ausreichend, beim Ganzbeintyp ist die Strumpfhose besser – allerdings der Kniestrumpf hilfreicher als gar keine Kompression. Bei Flachstrick-Versorgung ist gerade bei ausgeprägtem Übergewicht die Kombination aus Kniestrumpf und Caprihose sinnvoll. Je nach Beinform-Veränderungen muss individuell für Sie in Zusammenarbeit mit dem Sanitätsgeschäft die korrekte Versorgung ermittelt werden.

Manuelle Lymphmassage (MLD)
Beim Lipödem im Grad 2 und 3 ist von der Leitlinie zusätzlich zum Strumpf die Manuelle Lymphmassage vorgesehen, in diesen Fällen wird sie auch von den Krankenkassen erstattet. Auch im Grad 1 ist sie sicherlich erleichternd, jedoch nicht von der Allgemeinheit zu tragen. Ohne Kompression macht die Lymphmassage kaum Sinn. Wir verordnen sie daher nur, wenn Kompression auch getragen wird.

Apparative intermittierende Entstauung (AIK)
Zur Komplexen Entstauungstherapie zählt auch die AIK. Diese wird mittels Stiefeln durchgeführt, die sich vom Knöchel her aufblasen und damit das Gewebe leer pressen. Manchmal ist diese Variante aus zeitlichen Gründen der MLD vorzuziehen – die Stiefel können zuhause nach Bedarf angelegt werden. In der Regel werden sie nicht von der Krankenkasse übernommen. Günstige wadenlange Alternativen sind auch wirksam und eher erschwinglich. Lassen Sie sich im Sanitätsgeschäft beraten.

Ernährung
Sie müssen zeitlebens besonders auf Ihr Gewicht achten. Nach unserer Erfahrung geht das bei Lipödempatienten am besten, wenn man die Aufnahme von Kohlehydraten reduziert und die sportliche Betätigung steigert.

Liegt Ihr BMI über 35 ist ohnehin das Übergewicht wichtiger als das Lipödem – und sollte vordergründig behandelt werden. Erst wenn das Übergewicht abgebaut ist, kann man feststellen, ob eine Dysproportion zwischen Beinen und Rumpf übrig bleibt.

Hierbei gibt es mehrere Möglichkeiten:

 - Sie waren sich bisher des Problems nicht bewusst und möchten es alleine probieren: Geben Sie sich 6 Monate Zeit und überprüfen dann, ob Sie erfolgreich waren. Wenn nicht, gehören Sie in die nächste Gruppe:

 - Sie haben schon etliche Diäten hinter sich und nicht geschafft, Ihr Gewicht zu reduzieren. Dann müssen Sie sich umfangreich Hilfe holen:

  • Abklärung durch den Hausarzt und ggf. den Endokrinologen, ob ein Stoffwechselproblem vorliegt.
  • Aufsuchen eines Ernährungsberaters – am besten eines Beraters, der mit der Reduktion der Kohlehydrate vertraut ist
  • Eintreten in eine Selbsthilfegruppe
  • Psychologische Hilfe, um ggf. tiefere Ursachen des Übergewichst zu ergründen.
  • Bei Übergewicht über 200 kg sollte eine Operation zur Verringerung der Nahrungsaufnahme (bariatrische Chirurgie) erwogen werden. Ihr Hausarzt berät Sie gern, welches Zentrum in Ihrer Nähe dafür in Frage kommt

Denn... Übergewicht ist eine ernst zu nehmende Krankheit die zu schweren Folgeschäden führt.

Auch wenn Sie nicht übergewichtig sind, ist die Reduktion der Kohlehydrate eine gute Hilfe, um der Erkrankung zu begegnen.

Behandlungsoptionen je nach Stadium des Lipödems im Überblick:

  • MLD steht für manuelle Lymphdrainage
  • AIK steht für Apparative intermittierende Kompression
  • GKV für gesetzliche Krankenversicherung.
  • Kompressionsstrümpfe können vom Hausarzt verordnet werden, sie belasten sein Budget nicht.
  • Lymphmassage kann auch von jedem Arzt verordnet werden (sofern die Indikation besteht), sie belasten jedoch das Budget.


Wir wünschen Ihnen, dass Sie viel Erfolg bei der Umsetzung der Tipps auf diesen Seiten haben!

Regelmäßige Untersuchungen in unserer Praxis der bei Ihnen gesunden Venen sind nicht notwendig.

 Als Literaturhinweis möchte ich auf folgende Bücher hinweisen:

„Lipödem rechtzeitig erkennen und richtig behandeln“ von Thomas Weiss, Südwest Verlag, 2015, ISBN 978-3-517-09383-3
„Ratgeber Krampfadern, Beinschwellung und Thrombose“ von Erika Mendoza, Springer Verlag 2016. ISBN 978-3-662-49737-1